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Eine Colonia war eine römische Siedlung außerhalb des Mutterlandes. Bereits Griechen gründeten zahlreiche Städte und Siedlungen entlang des Mittelmeers, welche entweder von den Mutterstädten abhängig waren oder ihre Eigenständigkeit erhielten. Die Römer entwickelten jedoch ein System, welches zwei Grundtypen der coloniae kannte. Zum einen handelt es sich um Gründungen der Römer allein, die sog. colonia civium Romanorum. Zum anderen gab es die Gründung mit ihren Verbündeten Latinern zusammen, die sog. colonia Latinae. Der Zweck einer Koloniegründung war recht unterschiedlich. Meist handelte es sich aber um eine Art militärischer Vorposten Roms und diente der Überwachung und Unterdrückung eroberter Gebiete und Bevölkerungen. Aber auch Handel konnte eine Rolle spielen. In der späteren Zeit der Republik spielt aber auch die Versorgung der unteren Schichten mit Land eine Rolle, wie die Versuche der Gracchen zeigten, oder die Belohnung und Versorgung der Soldaten der Feldherren mittels Veteranenkolonien. Zunächst wurden coloniae auf italischem Boden gegründet und erst seit Caesar auch vermehrt in den Provinzen außerhalb Italiens.

colonia civium Romanorum Bearbeiten

In der Frühzeit römischer Expansionspolitik überwogen die Gründungen rein römischer Siedlungen. Sie wurden meistens entlang der Küsten angelegt. Ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. nahm die Zahl dieser Art der Gründungen noch einmal zu, da andere Bürgerrechte neben dem römischen Bürgerrecht ihren Wert verloren. Zur Gründung einer solchen colonia bedurfte es eines Senatsbeschlusses (Senatus Consultum) der ein lex coloniae deducendae agroque dividundo erließ. In diesem Gesetz wurden die Bestimmungen festgelegt und gleichzeitig die tresviri coloniae deducendae agroque dividundo eingesetzt. Seit der Zeit des Marius (ca. 100 v. Chr.) konnten coloniae auch ohne ein Gesetz durch den jeweiligen Träger staatlicher Macht gegründet werden. Aufgrund der anfangs geringen Bevölkerungszahl Roms war natürlich auch die Zahl der neuen Siedler entsprechend gering. In der Regel handelte es sich um Freiwillige, unter Umständen aber auch gezwungene Römer. Per Los wurde den Siedlern Land zugeteilt. Befand sich die colonia auf italischem Boden wurde es zu ager optimo iure privatus und damit Abgabenfrei. Wurde die colonia allerdings außerhalb Italiens gegründet, handelte es sich um ager privatus vectigalisque und der Siedler hatte eine Abgabenpflicht. Gleich welcher Art, die Verteilung des Landes an die Siedler umfasste stets nur einen Teil des vorhanden Landes der colonia und der Rest wurde zum ager publicus, also Besitz aller Römer, deklariert.

Die Siedler einer solchen colonia behielten die vollen Bürgerrechte der Stadt Rom und konnten somit, im Falle dass sie gerade da waren, in Rom selbst am politischen Leben und den Wahlen teilnehmen. Quasi war die colonia civium Romanorum ein Stück Rom in der Fremde. Zunächst wurden sie durch Rom verwaltet, je weiter sie allerdings entfernt gegründet wurden, umso umständlicher erwies sich die Praxis, so dass man eine beschränkte Eigenverwaltung zuließ. Teilweise konnten sich an dieser Verwaltung auch die unterworfenen Bewohner des Umlandes beteiligen. Die Siedler mussten auch für die Verteidigung ihrer colonia sorgen, wozu sie von der Pflicht der Verteidigung Roms selbst befreit wurden.

colonia Latinae Bearbeiten

Die colonia Latinae verlor mit der Zeit ihre Attraktivität. Hauptsächlich wurden solche Siedlungen gegründet, als die Macht Roms sich immer weiter von der Stadt selbst entfernt ausbreitete und die Siedlungen möglichst eine eigenständige Verwaltung haben mussten. Die Bürger einer solchen colonia verloren das Bürgerrecht ihrer jeweiligen Ursprungsstadt, also auch Roms, um dafür das der colonia zu erhalten. Mit der Gründung geht aber automatisch ein Bündnisvertrag mit Rom selbst einher, so dass sie den Römern verpflichtet bleiben und nur eingeschränkte Außenpolitik betreiben konnten. Im Wesentlichen waren die Siedler den Latinern an politischen Rechten gleichgestellt und wurden daher Latini colonarii genannt. Durch einen Zuzug nach Rom konnten sie dort das Bürgerrecht erwerben (ius migrandi), besaßen aber commericum und connubium nur ausnahmsweise.

Entwicklung in der Kaiserzeit Bearbeiten

Waren die coloniae ursprünglich Inseln Roms und der Latiner in der Fremde und wurden sie meist nach kriegerischen Auseinandersetzungen gegründet, verloren sie mit der Ausweitung des römischen Bürgerrechts in der Kaiserzeit allmählich an Bedeutung. Die Gründungen von coloniae in der Zeit des späten Principats sind also von anderer Gestalt und Bedeutung. Es handelte sich meist um Ansiedlung von Soldaten in Veteranenkolonien, für die man das benötigte Land ankaufte, oder es sind Titularkolonien, die diesen Titel als eine Ehrung erhielten.


Weblinks Bearbeiten

Quellen Bearbeiten

  • Der kleine Pauly, s.v. coloniae, München 1979.

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