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Catilina

Catilina hört sich die Vorwürfe Ciceros im Senat an.

Lucius Sergius Catilina war ein römischer Politiker. Er verursachte 63 v. Chr. einen Staatsstreich, auch genannt als Catilinarische Verschwörung.

Biografie Bearbeiten

Catilina entstammte einem Geschlecht, das seit geraumer Zeit politisch nicht mehr hervorgetreten war, dem patrizischen Geschlecht der Sergier. Catilinas politischer Aufstieg begann während der Diktatur Sullas: 82 v. Chr. war er Legat, zugleich machte er sich einen zweifelhaften Namen als berüchtigter Helfershelfer Sullas, als der er sich bei den Proskriptionen rücksichtslos bereicherte und auch vor Mord innerhalb der eigenen Familie nicht zurückschreckte. 68 v. Chr. war er Prätor, und im folgenden Jahr verwaltete er als Proprätor die Provinz Africa. Hier suchte er durch rigorose Ausbeutung der Provinz sein unterdessen zusammengeschmolzenes Vermögen wieder zu sanieren. 66 v. Chr. bewarb er sich erstmals für das Konsulat, wurde allerdings nicht zur Wahl zugelassen, da ein Repetundenprozess gegen ihn angestrengt worden war, in dem er 65 v. Chr. allerdings dank reichlicher Bestechungsgelder freigesprochen wurde. Ende 66 v. Chr. war er in die so genannte 1. Catilinarische Verschwörung verwickelt, an der u. a. auch der Neffe Sullas beteiligt war und deren Ziel wahrscheinlich die Ermordung der Konsuln des Jahres 65 v. Chr. war. Näheres ist über diese Verschwörung nicht bekannt; offensichtlich waren verschiedene Seiten daran interessiert, die ganze Affäre zu vertuschen. 64 v. Chr. bewarb er sich um das Konsulat für das folgende Jahr, unterlag jedoch, obwohl von Marcus Licinius Crassus und Gaius Julius Caesar unterstützt, dem Staatsmann und Redner Marcus Tullius Cicero.

Als Catilina 63 v. Chr. bei der Wahl der Konsuln für 62 v. Chr. nach einem noch schärferen Wahlkampf als im Jahr zuvor erneut durchfiel, glaubte er, sein Ziel die Macht im Staat nur noch über den Weg der Gewalt erreichen zu können und begann wohl im August 61 v. Chr. mit der Planung der eigentlichen Catilinarischen Verschwörung: Durch einen Staatsstreich, dessen Auftakt die Ermordung des Konsuln Cicero bilden sollte, wollte er die Macht an sich reißen, seine politischen Gegner ausschalten – und für sich und seine Anhänger einen Schuldenerlass erwirken. Rückhalt fand er als führender Vertreter der Popularen vor allem bei verschuldeten Adligen, verarmten Veteranen und bei großen Teilen der Plebs. Cicero deckte die Verschwörung jedoch nach und nach auf und konnte sowohl einen für den 27./28. Oktober 63 v. Chr. geplanten bewaffneten Aufstand als auch ein Attentat auf seine Person vereiteln. In der Senatssitzung am 7. November, an der auch Catilina noch teilnahm, hielt Cicero die erste seiner insgesamt vier Catilinarischen Reden, die mit den berühmten Worten beginnt: Quousque tandem abutere, Catilina, patientia nostra? und in der er Catilina zum Verlassen des Senats und der Stadt Rom aufforderte. Noch am Abend desselben Tages verließ Catilina die Stadt – was Cicero am folgenden Tag in seiner zweiten Catilinarischen Rede dem Senat mitteilte – und floh nach Etrurien, wo sich unterdessen ein Teil seiner Truppen versammelt hatte. Am 15. November wurden Catilina und seine Mitverschwörer zu Staatsfeinden erklärt. Am 3. Dezember konnten aufgrund abgefangener Briefe die führenden Mitverschwörer in Rom identifiziert und verhaftet werden, was Cicero sogleich in seiner dritten Catilinarischen Rede als Rettung des Vaterlandes feierte. Am 5. Dezember 63 v. Chr. beriet der Senat über das Schicksal der gefangenen Verschwörer: Die Mehrheit war zunächst für die sofortige Hinrichtung, bis Caesar eindringlich und unter Hinweis auf die Gesetzeslage für lebenslängliche Haft plädierte. Cicero mit seiner vierten Catilinarischen Rede und Cato mit einem scharfen rhetorischen Angriff auf Caesar gelang es jedoch, den Senat wieder auf ihre Seite zu ziehen, und noch am selben Tag wurden die Verschwörer hingerichtet. Catilina selbst suchte mit seinen Truppen von Etrurien aus nach Norden zu kommen, wurde jedoch im Januar 62 v. Chr. gestellt und fiel bei Pistoria im Norden der Toskana im Kampf.

Quelle Bearbeiten

Wikipedia

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