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Der römische Bergbau war eine der wichtigsten Lebensadern des Militärs und der Wirtschaft des römischen Reiches.

Der römische Bergbau brachte viele Metalle wie Gold, Eisen und Bronze zu Tage, dass weiterverarbeitet wurde zu Münzen oder zu Schwertern und Rüstungen.

Römischer Bergbau Bearbeiten

Die Produktpalette der römischen Messingwaren bestand überwiegend aus gegossenen Artikeln. Bei der Anwendung der Metallgießtechnik benötigte man als Energiequelle lediglich Holz zum Beheizen der Öfen sowie Holzkohle als Zuschlagstoff. Hieraus ergab sich eine sehr enge räumliche Anbindung der Produktionsstätten an die Erzlagerstätten, die sich während späterer Epochen nie wieder in ähnlicher Unmittelbarkeit eingestellt hat. Zu römischer Zeit konnten die gewonnenen Erze und Metalle in unmittelbarer Nähe der Schürfgebiete verarbeitet werden, wobei, ganz im Gegensatz zu späteren Epochen, Schürfstellen, Produktionsstätten u. Siedlungsgebiet eine Einheit bildeten. Es wird angenommen, daß die Römer vorwiegend den Erdgalmei zur Messingherstellung verwendet haben, da dieser nicht gemahlen werden mußte.

Im Römischen Reich war ein ähnliches System etabliert, wie wir es bereits aus den griechischen Minen von Laureion der Klassischen Zeit kennen. Der Grund und Boden war wahrscheinlich im Besitz des römischen Volkes, die Ausbeutung wurde aber privaten Unternehmern und Gruppen von Unternehmern gegen Pachtgebühren überlassen. Dabei konnte es sich um publicani handeln, aber auch um einzelne Privatunternehmer und kleinere Konsortien aus der vornehmen römischen Gesellschaft.[1]Damit erübrigte sich der römische Staat den Aufbau eigener Strukturen und einer Administration zur Ausbeutung der Bodenschätze, ebenso der Unsicherheiten im Bergbau, sollten die Gebiete nicht ergiebig genug sein. Beginnend mit Augustus, aber speziell unter der Herrschaft von Tiberius fortgesetzt, brachte der römische Staat die Minen selbst in Besitz und ließ sie mittels procuratores verwalten. Erst in der Spätantike wurde diese Maßnahme allmählich wieder rückgängig gemacht.[2]

Römischer Bergbau in Spanien und Neu Karthago Bearbeiten

Diodor überliefert uns harte Bedingungen, für die Bergarbeiter in den Silberminen Spaniens. Hier erwarben Römer und Italiker nach der Inbesitznahme Spaniens durch Rom, zahlreiche Sklaven und ließen sie unter Bewachung härteste Arbeiten verrichten.[3] Dabei erweiterten sie die Bergwerke erheblich, welche schon zuvor von der einheimischen iberischen Bevölkerung genutzt worden waren.[4] Die Gewinne der neuen Herren waren hoch, aber für die Sklaven selbst bedeutete dies, dass sie Tag und Nacht in den Stollen arbeiteten und viele dabei zugrunde gingen. Dies soll sogar ohne Pause geschehen sein und mittels Schlägen wurden sie zu endloser Schinderei angetrieben.[5] Es handelte sich hier definitiv um gekaufte Sklaven und es wurden nicht, wie beispielsweise Agatharchides für Nubien schilderte, auch Sträflinge und Kriegsgefangene zum Einsatz gebracht.[5] Man kann davon ausgehen, dass durch die vielen Kriege der Zeit, bzw. die enorme Expansion Roms, Sklaven, im Gegensatz zu Athen und Griechenland vor der Zeit des Hellenismus, in weitaus größeren Mengen und damit relativ billig verfügbar waren. Klees weist darauf hin, dass wir von Diodor nichts über den Kaufpreis der einzelnen Sklaven erfahren, aber zurecht geht auch er davon aus, dass hohe Gewinne angesichts der verschleißträchtigen Behandlung nur zu erzielen seien, wenn die Preise relativ gering wären und es ausreichende Mengen auf den Sklavenmärkten gab.[6] Es handelt sich also ebenso um eine Situation, in welcher man nicht unbedingt Rücksicht auf ohnehin schnell und billig ersetzbare Arbeitsmittel nehmen musste. Das zeigt natürlich die für uns schwer verständliche Auffassung der damaligen Zeitgenossen gegenüber Sklaven. Sie waren nun einmal nur belebte Werkzeuge und gab es diese im Überfluss und obendrein kostengünstig, konnte man einen hohen Verschleiß verkraften, versprach der rasche Gewinn dies umso mehr wieder wettzumachen.

Die bei Strabo vorkommende Schilderung der Minen von Neu Karthago wird gern zitiert, um die schiere Menge von Arbeitern in römischen Bergwerken zu veranschaulichen. So schildert er, dass in den angesprochenen Minen 40.000 Menschen eine Beschäftigung fanden und die Anlagen selbst mehr als 400 Stadien umfassten. Die Angaben führt er auf Diodor zurück. [7] Allerdings lässt sich außer den enormen Zahlen nicht viel daraus gewinnen. Sie geben lediglich über die Größe römischer Bergbaubetriebe jener Zeit Aufschluss, nicht aber über den Status der einzelnen Arbeiter. Zumindest deutet es an, dass genug Arbeitskräfte für solch große Betriebe in der römischen Republik vorhanden waren und man kann annehmen, dass ein nicht unbeachtlicher Anteil der Arbeiterschaft mit Sklaven und Unfreien besetzt war.

Plinius' und Diodors Schilderungen zum Bergbau Bearbeiten

Goldgewinnung konnte unter Umständen auch im Tagebau stattfinden, mittels des berühmten Goldwaschens. Plinius berichtet, dass man Gold auf diese Weise unter der Herrschaft von Kaiser Nero in Dalmatien gewann.[8] Dennoch wurde in der Regel Gold Untertage abgebaut. Plinius gibt uns darüber Auskunft, dass man dabei die Adern normalerweise in Quarzgestein vorfand und die Stollen verzimmert wurden, was angesichts der zum Teil brüchigen Konsistenz von Quarz nicht verwundert. Plinius meint dass die Brenndauer der Lampen die Arbeitszeit der Bergleute und ihrer Wachen bestimmte.[8] Monatelang soll man jedoch das Tageslicht nicht gesehen haben. Er schreibt auch von der Gefahr des Bergbaus, wie Bergstürzen, denen man mit Gewölbebögen entgegenwirkte. Er nennt sogar ein Vorgehen mit Feuer und Essig, um Gestein „zu zersprengen“, was allerdings weitere Gefahren mit sich brachte, indem der Rauch und die Dämpfe Bergleute zu ersticken drohten.[9] Es wurden auch Berge untergraben und gezielt zum Einsturz gebracht, um anschließend mit, zumeist mittels Aquädukten, herbeigeführtem Wasser ausgewaschen zu werden.[10] Dunst aus Silbergruben und der anschließenden Verarbeitung des Erzes war schon Plinius als gesundheitsschädigend für alle Lebewesen bekannt, kurioserweise wies er den Dämpfen eine besonders schädliche Wirkung auf Hunde zu.[11] Quecksilber, welches mit Silber zusammen gefunden wurde, galt ebenso als äußerst giftig und soll laut Plinius eine scheußlich zersetzende Flüssigkeit sein. Allerdings wusste man schon damals, dass es sich hervorragend eignete, um Gold von anderen Unreinheiten zu trennen und es war daher gerade im Goldbergbau und dessen anschließender Reinigung unabdingbar.[12]

Neben Plinius überliefert auch Diodor Details aus dem antiken Bergbau, welche Aufschluss über die angewandten Techniken und Fachkunde der Bergarbeiter geben. So scheinen die Arbeiter in den Minen von Spanien zur Zeit der Römer durchaus nicht nur billige Sklaven ohne jede Vorkenntnis gewesen zu sein. Unter ihnen musste es ebenso Fachleute, möglicherweise in Form der Aufseher, gegeben haben, die wussten wie sie mit den vorgefundenen Schwierigkeiten umzugehen hatten. Sie mussten hierzu wissen, wie sie unterirdische Flussläufe ableiteten und einbrechendes Wasser mit sog. ägyptischen Schöpfrädern aus den Gruben holten. Diodor schreibt hier konkret von der „ungemein geschickt“ konstruierten Maschine, welche „mühelos“ das Wasser unterirdischer Flüsse heraufholen kann. [13]

Bergsicherheit Bearbeiten

Neben einer Verzimmerung der Stollen, nutzte man auch das Gestein selbst zum Abstützen, indem man Pfeiler und Gewölbe stehen ließ, wie es auch schon Plinius beschreibt.[14] In Spanien und den Donaugebieten musste ein größerer Aufwand betrieben werden um das Wasser aus den Bergwerken zu bekommen und man fand dort die Überreste von Wasserrädern unterschiedlicher Größe. Ebenso waren natürlich in den Stollen Ablaufrinnen vorhanden.[15] Orth geht sogar davon aus, dass man bereits die von antiken Autoren beschriebenen Saugpumpen nutzte.[16]

Fussnoten Bearbeiten

  1. Schumacher, L., Sklaverei in der Antike, 2001, S. 108
  2. Healy, J. F., Mining and Metallurgy in the Greek and Roman World, London 1978, S. 129
  3. Diod. 5, 36, 4
  4. Diod. 5, 36,1
  5. 5,0 5,1 Diod. 5, 38, 1
  6. Klees, H., Sklavenleben im Klassischen Griechenland, Stuttgart 1998, S. 119
  7. Strab. 3, 2, 10
  8. 8,0 8,1 Plin. nat. 33, 67
  9. Plin. nat. 33, 68-71
  10. Plin. nat. 33, 71-75
  11. Plin. nat. 33, 98
  12. Plin. nat. 33, 99
  13. Diod. 5, 37, 3-4
  14. Plin. nat. 33, 70
  15. Orth, F., s. v. Bergbau, RE Supl. IV, München 1924, Sp. 108-155, S. 133
  16. Orth, F., s. v. Bergbau, RE Supl. IV, München 1924, Sp. 108-155, S. 134

Quellen Bearbeiten

Moderne Quellen Bearbeiten

  • Bergbau
  • Orth, F., s. v. Bergbau, RE Supl. IV, München 1924, Sp. 108-155.
  • Klees, H., Sklavenleben im Klassischen Griechenland, Stuttgart 1998.
  • Healy, J. F., Mining and Metallurgy in the Greek and Roman World, London 1978.

Antike Quellen Bearbeiten

  • Plinius, Naturalis historiae 33, hg. und übers. von König R., München 1984.
  • Strabo, Geographie, hg. Goold, G.P., übers. von Jones, H.L., Chichester Sussex 1988.
  • Diodor IV-X, Griechische Weltgeschichte, hg. Gessel, W. und Wirth, P., übers. von Veh, O., Stuttgart 1993.

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