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Piratenprobleme gab es im Mittelmeer, besonders im Raum der Ägäis, schon seit Langem. Im ersten Jhd. v. Chr. nahm dieses Problem aber extreme Züge an. Die Macht der großen Mittelmeermächte geriet ins Wanken , indem im Osten die hellenistischen Königreiche zerbrachen und Karthago von Rom zerstört wurde. Piraterie beeinträchtigte fortan den Handel und die Versorgung Roms nun beträchtlich.

Die Zentren der Piraten lagen vor allem bei Kreta und an der Küste Kilikiens, wo besonders die bewaldeten Gebirgszüge des Hinterlandes (Taurus) waldreich waren und Holz zum Schiffbau lieferten. Dabei wurden die Seeräuber von Mithridates VI. und Sertorius unterstützt und sie weiteten ihre Kaperfahrten aus. Auch an der spanischen und nordafrikanischen Küste wurden sie zu einem Problem, sie machten nicht einmal vor der italischen Küste halt, das östliche Mittelmeer machten sie ohnehin seit Alters her unsicher. Eine weitere Begünstigung war der steigende Sklavenhandel unter anderem auf der Insel Delos, der jedoch durch Roms wachsenden Bedarf an Sklaven und die zahlreichen Kriege im Mittelmeerraum angeheizt und genährt wurde. Besonders schwer traf es die römischen Getreidelieferungen und damit das Mark der Versorgung einer aufstrebenden Metropole. Entsprechend schnellten die Preise in die Höhe. 102/101 v. Chr. wurde der Prätor M. Antonius gesandt, aber wirkliche Erfolge stellten sich nicht ein. Auch der Versuch in den Jahren 78-76 v. Chr. unter P. Servilius Isauricus gegen die kilikischen Stützpunkte brachte keine Besserung und es gelang den Piraten sogar zwei römische Prätoren mitsamt Gefolge zu gefangen zu nehmen und die Tochter von M. Antonius aus dessen Villa bei Misenum zu entführen. Nun aufgerüttelt wurde dessen Sohn 74 v. Chr. mit einem umfangreichen imperium versehen und gegen die Piraten entsandt, wobei sein Kommando das gesamte Mittelmeer umfasste und ihm umfangreiche Streitkräfte zur Verfügung gestellt wurden. Unterdessen kam es in Rom zu einer enormen Verschlechterung der Ernährungslage und mittels Gesetzen wurden insbesondere ärmere Schichten vor Wucherpreisen geschützt. Dennoch blieben auch diesmal Erfolge aus.

Pompeius MagnusBearbeiten

So kam es, dass der Volkstribun Aulus Gabinius, zugleich ein Freund von Pompeius Magnus, im Januar 67 v. Chr. einen Gesetzesentwurf einbrachte, um einen Feldherrn erneut in den Kampf zu schicken. Der Antrag lehnte sich an das alte imperium von Antonius an, allerdings mit noch größeren Befugnissen. So durfte der Feldherr bis zu 75 km ins Landesinnere wirken, auch sollte er aus den Reihen des Senats 15 proprätorische Legaten und 2 Quaestoren auswählen und als Kommandeure entlang der Küsten einsetzen können. Er hatte unbeschränkten Kredit *und verfügte über 36 Millionen Denare, konnte außerdem auf einen Großteil des römischen Heeres zurückgreifen. Später wurde das imperium sogar noch erweitert und zusätzliche Legaten ermöglicht. Es wurden also die Kräfte des gesamten bis dato existierenden Imperium Romanum einem einzelnen Mann zur Verfügung gestellt. Der Widerstand des Senats war nur verständlich, bedachte man auch, dass derartige Befugnisse geradezu zu einer diktatorischen Machtergreifung einluden. Das Volk war jedoch davon überzeugt und stimmte dem zu und eine Ablehnung des Senates ließ Tumulte ausbrechen. Letztlich wurde also doch Pompeius von der Volksversammlung bestätigt und sogleich begann er mit der Planung und Ausführung. Schon im Frühjahr 66 v. Chr. waren die Vorbereitungen abgeschlossen. Die Sicherung der Küsten überließ er Untergebenen und er selbst rückte mit einem starken Flottenverband zunächst gegen Sizilien, Nordafrika, Sardinien und Korsika vor, um so die Getreideversorgung der Stadt Rom zu sichern und es gelang ihm binnen 40 Tagen den westlichen Mittelmeerraum von Piraten zu befreien. Danach begann er auch im Osten mit der Säuberungsaktion und konzentrierte sich nach kurzem Aufenthalt in Athen und Rhodos auf die kilikische Küste. In der Seeschlacht von Korakesion (Alaja) fiel die Entscheidung. Pompeius siegte umfassend, behandelte jedoch die Gefangenen mit Milde. Nachdem er nun die Küstenstützpunkte ausgeschaltet hatte, ging er mit seinen Truppen gegen die verbliebenen (angeblich bis zu 120) Piratennester im Hinterland vor, welche sich aufgrund des gebirgigen Geländes als schwer zugänglich erwiesen.

Durch sein beherztes und perfekt geplantes Vorgehen hatte Pompeius nun binnen eines halben Jahres die Seeräuberfrage gelöst. Dabei wurden mehrere zehntausend Gefangene gemacht und hunderte Schiffe versenkt, sowie einige Dutzend Städte und Siedlungen erobert. Doch Pompeius war so umsichtig, dass er als Wurzel des Problems die sozialen Ursachen erkannte und den Menschen die Möglichkeiten bieten musste, neu anfangen zu können. So wurden zahlreiche ehemalige Piraten und ihre Familien umgesiedelt, unter anderem nach Soloi, welches in Pompeiopolis umbenannt wurde, weitere wurden in Epiphania, Adana, und in der Nähe von Tarent angesiedelt.

QuellenBearbeiten

  • Christ, K., Krise und Untergang der römischen Republik, Darmstadt (1979).
  • Christ, K., Pompeius, München (2004).

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