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Das Zwölftafelgesetz ist die bedeutendste Kodifikation des römischen Rechts der Frühzeit. Es wurde um 450 v. Chr. von zehn richterlichen Beamten, den so genannten Decemviri, wohl in zwei Schritten (10+2 Tafeln) ausgearbeitet und kann als Produkt der Ständekämpfe zwischen Plebejern und Patriziern dahingehend gesehen werden, bestehende soziale Ungleichheiten zugunsten der Plebs zu nivellieren. Der Gesetzestext sollte dabei die Grundzüge einer neuen Rechtsordnung - in Abkehr vom Gewohnheitsrecht und den Leges Regiae der Königszeit - für jedermann erkennbar zementieren.

Seit jeher wird an Existenz und Beschaffenheit des Zwölftafelsatzes gezweifelt. So könnte es sich um Holz-, Bronze- oder gar Elfenbeintafeln gehandelt haben, die mutmaßlich dem Gallierbrand in Rom 387 v. Chr. zum Opfer fielen. Oft wird darin auch eine Fiktion, eine Rückprojektion späteren Rechts, erkannt.

Unabhängig von diesen Echtheitsfragen ist heutzutage etwa ein Drittel der Zwölftafeln dank palingenetischer Bemühungen im 19. Jahrhundert erhalten, wobei auf antike Sekundärquellen zurückgegriffen werden konnte.

Letztlich war die Tragweite dieser Kodifikation für den römischen Rechtskreis eine universelle, da die spätere Gesetzgebung und Jurisprudenz daraus Anleihen nahm. So war noch Cicero mit dem (angeblich auswendig gelernten) Wortlaut vertraut, der Historiker Tacitus rezipierte die Zwölftafeln gar als finis aequis iuris.

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